Der «K-Tipp» durchleuchtet das Medien-Paket und lehnt es ab

Der «K-Tipp» durchleuchtet das Medien-Paket und lehnt es ab

Mehr Meinungsfreiheit und -vielfalt: ­Damit werben die Zeitungs­verleger für ein Ja zum Medienpaket. ­ Dabei liefern sie immer mehr Einheitsbrei. Die drei grössten Verlage kauften in den letzten Jahren zahlreiche Zeitungen auf und legten Redaktionen zusammen.

Auszüge aus dem Artikel:

…Berechnungen des K-Tipp mit Zahlen des Bundesamts für Kommunikation zeigen: Mit 17,3 Millionen würde pro Jahr der Grossverlag Tamedia vom Gesetz profitieren, der zurzeit 22 Zeitungen und Zeitschriften herausgibt. Allein die Porti für den «Tages-Anzeiger» würden mit 2,7 Millionen subventioniert.

… Nötig hätten die drei grossen Verlagshäuser die Subventionen nicht. Von 2011 bis 2020 erzielten sie Betriebsgewinne von total 3,3 Milliarden vor Steuern und Abschreibungen.

… Auch die kleineren Verlage erzielten in den letzten zehn Jahren fast durchwegs Gewinne.

… Die grossen Verlagshäuser wurden in den vergangenen Jahren immer mächtiger. Sie kauften zahlreiche Zeitungen auf, legten Redaktionen zusammen und strichen Stellen. Gemäss Studien der Uni Zürich kommen Tamedia, CH-Media und Ringier im Pressemarkt auf einen Marktanteil von 80 Prozent.

… Jeder vierte Artikel erscheint heute in mehr als einer Zeitung. Beispiel: Am 22. November 2021 erschien in zehn Tamedia-Zeitungen ein identisches Interview mit Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren,

Auch der K-Tipp würde von einem Ja profitieren. Und sagt NEIN.

Ein Ja zum Medienpaket würde die Postzustellung des K-Tipp pro Exemplar um 8 Rappen vergünstigen, pro Jahr um Fr. 1.60. Der Verlag Konsumenten­info, der den K-Tipp her­ausgibt, würde für alle deutsch- und französischsprachigen Zeitschriften zusätzlich rund 600 000 Franken Portosubven­tionen pro Jahr erhalten. Er lehnt das Gesetz trotzdem ab: Für die Kosten der Zeitungen sollen nicht die Steuerzahler aufkommen müssen. Zudem sieht er die Unabhängigkeit der Medien durch staatliche Subventionen tenden­ziell gefährdet.

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Mediengesetz: Abstimmungskampf mit Diffamierung

Die Kampagne der Gegner des Medienpaketes macht die Befürworter nervös. (Bild: keystone)

Mediengesetz: Abstimmungskampf mit Diffamierung

Bei der Abstimmung über das Mediengesetz gibt es nach den ersten Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern. Wie nervös die Befürworter sind, zeigen ihre neusten Kampagnensujets.

Es wird knapp am 13. Februar: Je rund 48 Prozent der Befragten sind gemäss einer Umfrage im Auftrag der SRG für oder gegen das Medienpaket (Link). Gemäss einer aktuelleren Befragung von Tamedia stimmen sogar nur 42 Prozent Ja (Link). Für eine Behördenvorlage ist das wenig. Entsprechend nervös reagieren die Befürworter. Sie setzen auf eine neue Strategie und neue Kampagnensujets.
«Blocher-Medien»

So wird seitens der Ja-Kampagne neustens vor «Blocher-Medien» gewarnt, die von einer Ablehnung des Medienpaketes profitieren würden.

Die Hoffnung ist, damit alte Ressentiments zu wecken. Doch mit dem Referendum hat Christoph Blocher nichts zu tun. Dem Vernehmen nach unterstützt er weder persönlich noch über seine Gratiszeitungen den Abstimmungskampf finanziell. Federführend im Referendumskomitee sind Peter Weigelt, Herausgeber der «Ostschweiz» (Link), Bruno Hug vom «Portal24» und Christian Keller vom Basler Online-Medium «Primenews» . Keines dieser Medien gehört Christoph Blocher.

Keine inhaltliche Auseinandersetzung

Ziel der Befürworter scheint es zu sein, aus der Sachfrage, ob Medien vom Staat direkt Geld erhalten sollen, eine ideologische Auseinandersetzung zwischen links und rechts zu machen. Dies, nachdem die Behauptung unglaubwürdig geworden ist, dass mit den Subventionen die Unabhängigkeit der Medien gestärkt würde (Link). Das Gegenteil trifft zu: Das Gesetz stärkt den staatlichen Einfluss (Link).
Statt die inhaltliche Auseinandersetzung über das Gesetz suchen die Befürworter die Diffamierung der Gegner – und damit die Mobilisierung des eigenen links-grünen Milieus.

Kontaktschuld statt Argumente

Ein anderes Motiv der Befürworter stellt die Gegner des Medienpaketes in Zusammenhang mit Gegnern der Corona-Massnahmen. Verbreitet wird es unter anderem von Daniel Graf, Gründer des linken Portals WeCollect, das Unterschriften für links-grüne Referenden und Initiativen sammelt. Richtig ist, dass die «Freunde der Verfassung» die Unterschriftensammlung massgeblich unterstützt haben. Im Abstimmungskampf spielen sie allerdings kaum eine Rolle. Graf erwähnt zur Diffamierung des Referendums im Tweet auch die Präsidenten der Mitte, der GLP und der FDP, damit diese eine Benachrichtigung erhalten.

Graf stellt sich selber gerne als «Radikaldemokrat» dar. Das hindert ihn nicht, die sachliche Auseinandersetzung über das Medienpaket zu vermeiden, und Gegner pauschal und ohne sachliche Grundlage anzuprangern.
Ähnlich geht Hansi Voigt vor, einer der Architekten der vorgesehenen Subventionen für Online-Medien. Profitieren würde davon auch sein Projekt in Basel, das linke Jugendportal «Bajour», wenn die dafür gespendeten Millionen der Roche-Erbin Beatrice Oeri aufgebraucht sind.

«Amerikanische Verhältnisse»

Er warnt mit einer Collage vor «amerikanischen Verhältnissen» und zeigt drei am Sturm auf das Kapitol vor einem Jahr beteiligte Personen. Das sei der «grössere Kontext».

Dass er damit die amerikanischen Verhältnisse gleich selber einführt, vor denen er warnt, kümmert ihn nicht. In den USA redet man in diesem Zusammenhang von «Tribalism» (dt. Stammesdenken), das die sachliche Debatte verhindere und so die Demokratie bedrohe. Wer für ihn die Guten sind, und wer die Schlechten, ist sonnenklar. Den «Nebelspalter» mag er etwa überhaupt nicht. Bei der Lancierung der Online-Plattform im März twitterte er: «Live aus dem Sportpalast.» Stammesdenken pur.

Auch der SP-Präsident macht mit

Die neue Strategie der Diffamierung und des Stammesdenkens aufgenommen hat auch SP-Präsident Cédric Wermuth. Zwar gebe es tatsächlich bei vielen CEO ein Problem der Nähe zur Macht, schreibt Wermuth in einer Reaktion auf den Walder-Skandal auf Facebook (Link).
Für ihn ist es jedoch bloss ein «Skandal» in Anführungszeichen. Der «Nebelspalter», der ihn publik gemacht hat (Link), sei aber ein «rechtskonservatives Propagandadings». In den letzten Jahren sei ein «ganzer Sumpf solcher rechter Medienprojekte entstanden», die im Auftrag «rechter Oligarchen» arbeiten würden und «von den Blochers und Tettamantis dieses Landes finanziert werden».
Die Diffamierungskampagne dürfte auch eine Reaktion auf die Plakate des Referendumskomitees sein; diese prangern an, dass gewinnbringende Unternehmen Steuergelder in Millionenhöhe erhalten. Wobei dies über das ganze Medienpaket sachlich zutrifft, wie selbst die Exponenten der medienkonzerne zugeben.

Hinweis: Der «Nebelspalter» hat neben Markus Somm gut siebzig Aktionäre, die alle gleich viel Aktienkapital eingebracht haben. Diese breite Verteilung ist Garant dafür, dass niemand einen besonderen Einfluss auf die Redaktion ausüben kann. Unter den Personen befinden sich keine aktiven Politiker und niemand aus der Familie Blocher.


Recherchen des K-tipps zeigen; die Befürworter finden «Fakten sind nicht entscheidend»

Recherchen des K-tipps zeigen; die Befürworter finden «Fakten sind nicht entscheidend»

Das Plakatsujet des Komitees «Die Meinungsfreiheit» zeigt Wilhelm Tell, der mit einer Zeitung eine Mauer mit dem Schriftzug «Fake News» zum Einstürzen bringt.

Ausgerechnet die selbsternannten Kämpfer gegen Fake News wollen sich im Abstimmungskampf aber nicht so ganz an die Fakten halten. Das zeigt ein internes Dokument des Verbandes Schweizer Medien.

Auszüge aus dem Artikel:

,,, Darin steht: «In politischen Debatten sind nicht Fakten, sondern der gedankliche und emo­tionale Deutungsrahmen entschei­dend.»

… Die Kampagne will deshalb nicht über Subventionen an die Verlage reden, sondern «eine Grundsatzdebatte über Medien entfachen und nur begrenzt auf die Argumente der Gegner des Medienpakets eingehen».

Auch der K-Tipp würde von einem Ja profitieren. Und sagt NEIN.

Ein Ja zum Medienpaket würde die Postzustellung des K-Tipp pro Exemplar um 8 Rappen vergünstigen, pro Jahr um Fr. 1.60. Der Verlag Konsumenten­info, der den K-Tipp her­ausgibt, würde für alle deutsch- und französischsprachigen Zeitschriften zusätzlich rund 600 000 Franken Portosubven­tionen pro Jahr erhalten. Er lehnt das Gesetz trotzdem ab: Für die Kosten der Zeitungen sollen nicht die Steuerzahler aufkommen müssen. Zudem sieht er die Unabhängigkeit der Medien durch staatliche Subventionen tenden­ziell gefährdet.

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Der Bund will Medienanbietern ein bestimmtes Geschäftsmodell aufzwingen.

"Krasse Wettbewerbsverzerrung": OnlineReports-Gründer Knechtli, Real, Suter

Der Bund will Medienanbietern ein bestimmtes Geschäftsmodell aufzwingen.

Die Befürworter argumentieren häufig, dass ein Vorteil des Mediengesetztes die Förderung der Online-Medien sei. Genau das findet Peter Knechtli, Gründer von onlinereports.ch, die grosse Schwachstelle der Vorlage. Und hat auch eine Lösung parat.

Auszüge aus dem Artikel:

… Für OnlineReports ist die Gesetzesvorlage aus einem ganz anderen Grund, nicht nur untauglich, sondern eine Gefahr: Gefördert werden nur Online-Medien, die über eine Bezahlschranke verfügen oder andere zwingende Vorgaben wie die Bildung eines Vereins zur Akquisition von Publikumsgeldern erfüllen.

… dass neben OnlineReports auch andere professionelle Gratis-Medien leer ausgingen, ist keine Vielfaltsförderung, sondern verordneter Vielfaltsabbau, Privilegienpolitik und eine Wettbewerbsverzerrung der krassesten Sorte.

… hier liegt nach meiner Meinung die entscheidende Schwachstelle des Gesetzes, und nicht in drohenden „Staatsmedien“: dass der Bund den Informations-Anbietern ein bestimmtes Geschäftsmodell aufzwingen und die Konsumierenden dazu gesetzlich erziehen will, für Medieninhalte künftig konsequent zu bezahlen.

… die Vorlage lässt somit den historischen Bezug völlig ausser acht, das kein Online-Kanal – OnlineReports beim Start im Oktober 1998 schon gar nicht – in der Entstehung dieses Genres die Kostenpflicht kannte. Dies unter anderem, weil während vielen Jahren weder technische noch organisatorische Bezahlmodelle zur Verfügung standen.

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Ein Mediengesetz für die Medienkonzerne

Stützt sich auf falsche Zahlen und hilft als ehemaliger Preisüberwacher überraschend den Grossverlagen – Rudolf Strahm.

Ein Mediengesetz für die Medienkonzerne

Rudolf Strahm behauptete in seiner Kolumne, das neue Mediengesetz, über das wir am 13. Februar abstimmen, sei für die kleinen Verlage gemacht. Dabei stützte er sich auf falsche Zahlen. Richtig ist: Es profitieren vor allem die grossen.

In der Politik gibt es die Unsitte, dass, wer mit schwachen Argumenten in eine Debatte einsteigt, zuerst auf den Mann spielt. Diese Strategie wählte Rudolf Strahm in seiner Kolumne zum neuen Mediengesetz, indem er mich als «früheren, längst vergessenen» FDP-Nationalrat abstrafte. Doch seien wir nachsichtig mit diesem Vergessen des Verfassers.

Nicht nachsichtig bin ich, wenn mit falschen Fakten operiert wird. So behauptet Strahm, dass nach heutiger Berechnung die grossen Verlage von der indirekten Medienförderung nur marginal profitieren würden («Ringier bloss 3 Prozent, CH-Media 7 Prozent und Tamedia 11 Prozent»). Diese Zahlen sind aus einem Faktenblatt des Bakom abgeschrieben, das die Verteilung der indirekten Medienförderung im Jahr 2020 abbildet.

Nun diskutieren wir aber nicht den Status quo, sondern ein neues Gesetz. Und dieses hebt bei der indirekten Medienförderung die Auflagenobergrenze von 40’000 Exemplaren für den Bezug von Subventionen auf. Davon profitieren allein die Medienkonzerne, denn bei einem Ja würden neu auch «Tages-Anzeiger», «Blick» oder NZZ subventioniert. Diese Öffnung führt zu einer prozentualen Reduktion der Subventionen für die Kleinen.

Dazu kommt, dass die Subventionen aus dem neuen 40-Millionen-Topf für die Früh- und Sonntagszustellung praktisch zu 100 Prozent an die Grossen gehen, da nur sie Sonntagszeitungen herausgeben und fast nur grosse Verlage eine Frühzustellung anbieten. Wenn Strahm ungeachtet der neuen gesetzlichen Bestimmungen auf Basis des Standes von 2020 behauptet, «rund 80 Prozent der zukünftigen Medienförderung geht also an die kleineren Blätter…», dann hat er entweder das Gesetz nicht gelesen oder er will die Leserinnen und Leser bewusst täuschen. Beides kann ich mir bei einem ehemaligen Preisüberwacher eigentlich nicht vorstellen.

Unsere Berechnungen – offizielle Zahlen werden dem Stimmbürger vorenthalten – zeigen ein ganz anderes Bild. Die grossen Nutzniesser des Medienpakets sind die grossen Verlagshäuser. Dazu die Fakten: Die ausgeweitete Posttaxenverbilligung (plus 20 Millionen) geht zur Hälfte an die Grossen (siehe oben); die Verbilligung der Früh- und Sonntagszustellung (plus 40 Millionen) geht zu 90 Prozent an die Grossen (siehe oben); die Förderung der Onlinemedien (plus 30 Millionen) geht zu rund 80 Prozent an die Grossen, da primär diese über Bezahlmodelle im Internet und entsprechende Reichweiten verfügen; schliesslich gehen beim erhöhten Gebührensplitting (plus 28 Millionen) rund 70 Prozent an die Grossen, da konzessionierte Radio- und TV-Sender mehrheitlich den Grossen gehören.

Zählt man alles zusammen, dann gehen von 151 Millionen Franken neuen Subventionen 76 Prozent an die Grossen. Um Ungenauigkeiten Rechnung zu tragen, sprechen wir in der Nein-Kampagne von 70 Prozent, womit wir auf einer abgesicherten Grundlage argumentieren können.

Und schliesslich: Wenn es zuträfe, dass, wie Strahm behauptet, die «Lokalzeitungen in Gefahr» sind, dann wäre es nach gutschweizerischer Subsidiarität Sache der Kantone, sich des Problems anzunehmen – und nicht die Aufgabe des Bundes. Auch das müsste ein Berner Alt-Nationalrat wissen, zumal im Kanton Bern aktuell gerade eine kantonale Medienförderung diskutiert wird.

Ein Gastkommentar von Peter Weigelt im Tagesanzeiger

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Zunehmender Wissensstand stärkt Trend zum NEIN

Zunehmender Wissensstand stärkt Trend zum NEIN

Das Referendumskomitee «Mediengesetz NEIN» nimmt die ersten Umfragen zur Volksabstimmung vom 13. Februar 2022 über das neue Mediengesetz mit Befriedigung zur Kenntnis. Während die SRF-Umfrage von Ende Dezember noch ein Patt auswies, zeigt die aktuelle Tamedia-Umfrage von Anfang Januar bereits einen deutlichen Vorsprung für das NEIN-Lager. Darin dokumentiert sich zum einen der erst An-fang Jahr erfolgte Start der NEIN-Kampagne. Zum andern zeigt sich, dass mit wachsendem Wissensstand der Bevölkerung der NEIN-Anteil weiter steigt.

«Wir nehmen die Resultate der ersten Trendumfragen mit Genugtuung zur Kenntnis. Der in den Umfragen von SRF und Tamedia sichtbare Trend zum NEIN zeigt in die richtige Richtung. Er deckt sich mit unserer Erwartung, dass mit zunehmendem Wissensstand bei den Stimmbürgerinnen und -bürgern der NEIN-Anteil zunimmt.» sagt Peter Weigelt, Präsident des NEIN-Komitees.

Die Ergebnisse lassen darauf schliessen, so Weigelt, dass die Anfang Dezember gestartete Kampagne der Befürworter, trotz bundesrätlicher Unterstützung, kaum greift. Die NEIN-Kampagne dagegen, die erst Anfang Jahr lanciert wurde, löste bereits ein grosses Echo aus. Insbesondere konnten schon in den ersten Tagen zentrale Argumente der JA-Kampagne widerlegt werden. So wird heute breit erkannt, dass nicht die Kleinen, sondern vor allem die Grossen von der Vorlage profitieren. Über 70 Prozent der Subventionen fliessen in die Taschen der Grossverlage.

Zu zusätzlicher Ablehnung staatlich subventionierter Medien führt auch der international beachtete Fall Ringier. Die Aussage von Ringier-Chef Marc Walder, er habe seine Redaktionen konzernweit angewiesen, die Regierungen in der Pandemie zu unterstützen, rückt die Problematik der Staatsnähe von Medien in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte.

Die Resultate der ersten Trendumfragen zum Mediengesetz schaffen für die NEIN-Kampagne eine motivierende Ausgangslage. Denn für Weigelt steht fest: «Mit steigendem Wissensstand erkennt die Bevölkerung, dass die geplanten Mediensubventionen verfassungsrechtlich inakzeptabel, staats- und demokratiepolitisch schädlich und wettbewerbspolitisch diskriminierend sind. Der Trend zum NEIN wird sich damit weiter festigen.»

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Subventionen sind höher als angenommen

Subventionen sind höher als angenommen

In der aktuellen Abstimmung geht es um zusätzliche 178 Millionen Mediensubventionen pro Jahr. Dabei geht vergessen, dass es noch weitere Unterstützung für die Branche gibt. Laut Avenir Suisse würde die Medienbranche ausserhalb der SRG künftig mit gut einer halben Milliarde Franken jährlich subventioniert, wenn das Mediengestz angenommen würde.

Lokale und steuerliche Subventionen

In der öffentlichen Debatte zur Medienförderung steht oft die klar ausgewiesene Mediensubvention des Bundes im Zentrum und es geht vergessen, dass es noch weitere Unterstützung für die Branche gibt. Verschiedene Gemeinden subventionieren Dorfzeitungen – beispielsweise werden die Kosten der Ausserrhoder Dorfzeitung «Tüüfner Poscht» zu einem Drittel durch die Gemeinde Teufen gedeckt.

Subvention via Staatsbetrieb

Der Bundesrat schätzt, dass die reduzierten Mehrwertsteuersätze für Medienprodukte der Branche 2019 einen geldwerten Vorteil von rund 125 bis 130 Mio. Fr. verschafften.

Bei der Förderung durch Postvergünstigung wird manchmal nur auf die Subvention des Bundes von rund 50 Mio. Fr. verwiesen. Diese Sichtweise unterschätzt aber die effektive Unterstützung. Die Allgemeinheit trug 2020 zusätzlich noch 93 Mio. Fr.

Steter Ausbau der Förderung

Weil die diversen Subventionen für die Medienbranche nicht konsolidiert veröffentlicht werden, ist ein Vergleich über die Jahre schwer vorzunehmen. Die vorhandenen und hier zusammengetragenen Daten deuten aber darauf hin, dass die Medienförderung über die vergangenen Jahre stetig ausgebaut wurde; die Subventionen dürften um Faktoren schneller gestiegen sein als etwa das allgemeine Preisniveau.

Zum vollständigen Artikel von Avenir SuisseZur Zusammenfassung auf persoenlichzurück zur Übersicht

Die Aussagen von Ringier-CEO Marc Walder sorgen für mediale Empörung

Die Aussagen von Ringier-CEO Marc Walder sorgen für mediale Empörung

Zahlreiche Schweizer Medien haben die am Wochenende enthüllten Aussagen von Ringier-CEO Marc Walder thematisiert und kommentiert. Dabei reagierten sogar Journalisten von Verlagen, die vom neuen Mediengesetz profitieren würden, empört über Walders Haltung. Hier ein Auszug einiger Artikel:

... Gift für die Demokratie.

Ringier-Chef Marc Walder bekennt in einem internen Video, die Corona-Berichterstattung zu lenken. Das untergräbt die Glaubwürdigkeit der Medien.

Erschienen im Tages Anzeiger
Zum Artikel

... dies ist eine Bankrott-Erklärung.

Was ist die Aufgabe des Journalismus in Zeiten von Corona? Laut dem Ringier-CEO Marc Walder geht es darum, Regierungen in ihrer Pandemiepolitik zu unterstützen. Die Aussage offenbart ein befremdliches Verständnis von Journalismus.

Erschienen in der NZZ
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Ringier-Chef Walder verrät Journalismus

Unprofessionell und liebdienerisch: Das zeigt Audio-Mitschnitt des Boulevard-Lenkers zu Covid-Regierungstreue. Blick dankt ab.

Erschienen auf Inside Paradeplatz
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Die «unjournalistische» Aussage von Ringier-CEO Marc Walder

Die Ringier-Titel sollten in der Pandemie die Politik der Regierungen vertreten, so Walder. Das wirft Fragen über die Rolle der Medien in einer Krise auf.

Erschienen auf SRF Online
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Medien dürfen nicht das Sprachrohr der Politik sein

Die Ringier-Titel sollten in der Pandemie die Politik der Regierungen vertreten, so Walder. Das wirft Fragen über die Rolle der Medien in einer Krise auf.

Erschienen in 20Minuten
Zum Artikel

Mit seinen Aussagen offenbart Ringier-CEO Marc Walder ein befremdliches Verständnis von Journalismus

Erschienen im St.Galler Tagblatt
Zum Artikel

Videomitschnitt über Schweizer Medienmanager sorgt für Empörung

Erschienen im SPIEGEL
Zum Artikel

Schwere Vorwürfe gegen Ringier-Chef

Erschienen in der ARD Tagesschau
Zum Artikel

Schwere Vorwürfe gegen Ringier-Chef

Erschienen in der Bild Zeitung
Zum Artikel

Lesermeinungen

Zitate von Journalisten

«Walders Aussage ist Gift für das wertvollste Kapital der freien Presse: ihre Glaubwürdigkeit.»

Michèle Binswanger am 3.1.2022 im Newsnetz von Tamedia

«Was der CEO eines der grössten Medienunternehmen der Schweiz da zum Ausdruck bringt, ist eine journalistische Bankrotterklärung. Mildernde Umstände gibt es nicht, denn Walder scheint zu wissen, was er tut.»

Benedict Neff in der NZZ vom 4.1.2022