Profiteure der Mediensubventionen diskreditieren sich mit «Faschismus»-Beschimpfung

Profiteure der Mediensubventionen diskreditieren sich mit «Faschismus»-Beschimpfung

Journalist Hansi Voigt («Bajour») beschimpft die Gegner von noch mehr staatlichen Mediensubventionen als «Freund:innen des Faschismus». Mit ihm im Boot sitzen die Nationalrätinnen Min Li Marti und Aline Trede. Offenbar verlieren die Subventionsjäger bereits vor der Eröffnung des Abstimmungskampfs um das Mediensubventions-Gesetz die Nerven. Von Philipp Gut

Die Gruppe nennt sich Verein für Demokratie und Medienvielfalt. Ihr Ziel: mit allen Mitteln die Subventionen krallen, die sie sich nach der Verabschiedung des sogenannten Massnahmenpakets zugunsten der Medien erhofft haben. Doch ihr Griff ins Portemonnaie der Steuerzahler könnte nun verhindert werden. Am Mittwoch, 6. Oktober, reicht das Referendumskomitee «Staatsmedien NEIN» in Bern über 110 000 Unterschriften ein. Ein Grosserfolg für das parteiunabhängige kleine Komitee aus Verlegern, Journalisten und Unternehmern. Damit kommt es voraussichtlich am 13. Februar 2022 zur Volksabstimmung über das Medien-Subventionsgesetz.

Keine Argumente, erbärmliches Niveau 

Die Tatsache, dass sie jetzt dem Volk erklären müssen, warum sie sich ungeniert am Steuergeld bedienen wollen, bringt die Mitglieder des Vereins für Demokratie und Medienvielfalt nun derart in Argumentationsnotstand, dass sie sich nur noch mit wüsten Beschimpfungen zu helfen wissen. Auf ihrer Website schreiben sie: «Libertäre Multimillionär*innen und ihre ganz rechten Helfershelfer*innen wollen verhindern, dass Schweizer Medien transparente Förderung erhalten. Diese Kräfte wollen, dass Unabhängigkeit und Transparenz durch undurchsichtiges Mäzenatentum ersetzt wird und haben deshalb ein Referendum gegen das Medienpaket lanciert. Die Gegner*innen des Gesetzes kommen aus der gleichen diffusen Ecke wie Coronaleugnern*innen und andere geistige Brandstifter*innen, welche die Spaltung der Gesellschaft vorantreiben.»

Treibende Kraft hinter dem Verein für Demokratie und Medienvielfalt ist der Journalist Hansi Voigt. Auf Twitter legte Voigt sogar noch einen drauf: Er diffamierte die Gegner des Mediensubventions-Gesetzes als «Freund:innen des Faschismus». Voigt weiss natürlich, dass diese Gegner sehr breit aufgestellt sind. Einem Nein-Parlamentarierkomitee gehören bereits 72 National- und Ständeräte verschiedenster Parteien an. Laut Voigt: alles Faschisten.

Verlegerverband will sich nicht distanzieren 

Nun könnte man das als Irrsinn eines niveaulosen und frustrierten Schreiberlings abtun. Doch das wäre zu einfach. Mit Voigt im Boot sitzen auch die SP-Nationalrätin Min Li Marti und ihr grüne Ratskollegin Aline Trede. Beide sind zugleich im offiziellen Komitee des Verbands Schweizer Medien (VSM), der die Subventionsjagd von ganz oben orchestriert.

Wir haben deshalb dem VSM die Frage gestellt, wie er sich zu diesen Aussagen stelle und ob er auch der Auffassung sei, dass die Gegner einer Erhöhung der Staatssubventionen an die privaten Medien «Freund:innen des Faschismus»  und «ganz rechte Helfershelferinnen» seien? VSM-Geschäftsführer Stefan Wabel will sich in seiner Antwort nicht von diesen Aussagen distanzieren. Er sagt lediglich: «Wir erwarten von beiden Seiten einen harten, aber fairen und sachlichen Abstimmungskampf.»

Fair und sachlich? Klingt anders.

Über 110 000 Bürgerinnen und Bürger beschimpft 

Min Li Marti, Mitglied des Vereins Demokratie und Medienvielfalt sowie auch des dahinterstehenden Verbands Medien mit Zukunft, windet sich ebenfalls: «Ich habe den Tweet von Hansi Voigt erst durch Ihr Mail überhaupt gesehen und fühle mich nicht für seine Tweets verantwortlich. Daher fragen Sie doch besser bei ihm nach, wie er es gemeint hat.» Wie er es gemeint hat? Falsche Frage. Tatsache ist, dass die beiden Nationalrätinnen Min Li Marti und Aline Trede auf der Website des Vereins Demokratie und Medienvielfalt mit ihrem Namen zeichnen und damit mitverantwortlich sind, wenn dort von «ganz rechten Helfershelfer*innen» sowie von «Coronaleugnern*innen und anderen geistigen Brandstifter*innen» gefaselt wird.

Es muss ihnen daher bewusst sein, dass sie die über 110 000 Bürgerinnen und Bürger beschimpfen, die der Auffassung sind, dass private Medien nicht von der Politik abhängig sein sollten, damit sie nicht ihre Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen.

Geschäftsmodell: Mäzene und Steuerzahler anbetteln 

Ein krachendes Eigentor ist sodann die Breitseite gegen das «Mäzenatentum». Denn Hansi Voigt & Co. bauen ihr Geschäftsmodell konsequent nur auf Mäzenatentum und Subventionen auf. In Voigts aktuelles Projekt «Bajour» steckt Oeris Stiftung jedes Jahr eine Million Franken. Die bz schrieb dazu: «‹Bajour› erhält für drei Jahre zunächst je eine Million Franken von der Basler Stiftung Medienvielfalt. Diese hat die Millionen wiederum von der Basler Stiftung Levedo, die schliesslich von der ‹Tageswoche›-Mäzenin Beatrice Oeri alimentiert wurde.» In der «Tageswoche» verlochte Mäzenin Oeri Millionen. Offensichtlich ist das Voigt noch immer nicht genug: Jetzt lechzt er auch noch nach Steuergeld.

Wie wär’s, wenn Voigt und seine Mitläuferinnen zur Abwechslung mal ein Medienprodukt machten, das gut genug ist, damit es ohne Mäzene und Steuergeschenke durchkommt? Statt die Kollegen zu beschimpfen, die innovativ sind und am Markt erfolgreich bestehen.

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Podium zum Medienpaket wird zum Privatduell

Podium zum Medienpaket wird zum Privatduell

Die Diskussionsrunde über das Mediengesetz hatte primär zwei Protagonisten: Bruno Hug, Verleger Portal24, und Susanne Lebrument, Verwaltungsratsdelegierte Somedia. Sie schenkten sich nichts und sorgten für ein hitziges Podium. Artikel aus persoenlich.com.

Link: https://www.persoenlich.com/medien/podium-zum-medienpaket-wird-zum-privatduell

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Anleitung zur Selbstdemontage

Anleitung zur Selbstdemontage

Medienkritiker Kurt W. Zimmermann schreibt in der Weltwoche über den desaströsen Start der Schweizer Verlage in den Abstimmungskampf.

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Die Schweizer Medien informieren nur, wenn es ihnen nützt

Die Schweizer Medien informieren nur, wenn es ihnen nützt

Das gab es wohl noch nie in der Geschichte der Schweizer Medien: Alle grossen Verlage verzichteten darauf, darüber zu informieren, dass das Referendum gegen die Mediensubventionen zustande gekommen ist. Das ruft nach einem noch deutlicheren Zeichen.

Das Referendum gegen das Mediengesetz hat die erste Hürde übersprungen. In der vergangenen Woche wurden die benötigten 50’000 Unterschriften übertroffen, einen Monat vor Ablauf der Frist. Das Referendumskomitee «Staatsmedien Nein» sammelt aber mit Hochdruck weitere Unterschriften, um ein deutliches Zeichen gegen Subventionen für Verlage in Höhe von hunderten von Millionen Franken zu setzen. Abgestimmt wird voraussichtlich im Februar 2022.

Die Nachrichtenagentur SDA vermeldete das Zustandekommen des Referendums und bediente damit ihre Kunden, so gut wie alle Zeitungen in der Schweiz. Wie der Publizist Kurt W. Zimmermann in seiner Kolumne in der «Weltwoche» nun feststellt (hinter Bezahlschranke), schaffte es die Meldung aber in kein einziges Blatt. Die Zeitungen von Ringier (Blick etc), der TX Group (20 Minuten, Tagesanzeiger etc.) , die NZZ und CH Media (St.Galler Tagblatt etc.) ignorierten die Nachricht schlicht und einfach.

Er sei kein Verschwörungstheoretiker, beteuert Medienexperte Zimmermann, gibt aber deutlich zu verstehen, wie seltsam er es findet, dass eine für die Schweiz relevante Meldung, verbreitet von einer Nachrichtenagentur, gleich von allen grossen Zeitungen boykottiert wird. Zumal, wie der Kolumnist aufzeigt, dieselben Zeitungen den Sammelerfolg bei Referenden sonst immer brav vermelden.

Es gibt Zufälle im Leben. Das hier ist mit Sicherheit keiner. Es sieht vielmehr nach einer konzertierten Aktion im Namen der Zensur aus.

Dass den Verlagen das Referendum nicht schmeckt, weil es den Bund daran hindern will, ein wahres Vermögen aus Steuergeldern an reiche Verleger zu verschenken, ist verständlich. Aber die Befürworter des Mediengesetzes werben unter dem Siegel «Die Meinungsfreiheit» und betonen, wie wichtig Zeitungen für die Demokratie sind. Wenn dieselben Zeitungen dann ein für diese Demokratie relevantes Ereignis verschweigen, zeigt das bestens, dass ihnen die eigenen Interessen wichtiger sind als die vollständige Information der Leserschaft.

Das Ganze könnte zum Rohrkrepierer werden. Denn einen besseren Beweis dafür, dass die geplanten Mediensubventionen am falschen Ort landen, kann es gar nicht geben. Verlage auch noch mit einem Geldsegen dafür zu belohnen, dass sie Nachrichten verschweigen, wenn sie selbst davon betroffen sind, wäre ein Unding. Gut möglich, dass die Unterschriftensammlung gerade deshalb noch einen Schub bekommt.

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Subventions-Medien wollen Politiker kaufen

Subventions-Medien wollen Politiker kaufen

Der Verlegerverband spannt zur Volksabstimmung vom nächsten Februar über die Subventions-Milliarde für die Medien die Verleger in seinen Werbefeldzug ein. Sie sollen Politiker kaufen – und damit die Glaubwürdigkeit ihrer Zunft zerstören. Von Bruno Hug

Dank dem momentan laufenden Referendum gegen die Medien-Subventionen darf das Volk am kommenden 13. Februar darüber abstimmen, ob die Schweizer Verlagshäuser in den nächsten sieben Jahren (und danach wohl für ewig) aus der Staatskasse jährlich 178 Millionen erhalten sollen. Für diesen Raubzug in Höhe von 1.068 Milliarden Franken will der Verlegerverband möglichst alle Zeitungen des Landes und – schamlos – auch viele Politiker einspannen.

Ganz egal, ob die Verleger dieses sie erniedrigende Spiel gewinnen oder verlieren: Ihre Glaubwürdigkeit wird zerstört.

Verleger verdienen Geld, viel Geld

Die künftig noch mehr subventionierten Grossverleger werden reicher und reicher. Die Ende August publizierte Fusion der meisten Schweizer Online-Märkte – von Jobscout24 bis Tutti.ch – brachte allein der Verlagsfamilie von Verleger-Präsident Pietro Supino (Tages-Anzeiger / TX Group) 350 Millionen Franken ein. Gemäss Analysten der Zürcher Kantonalbank hat sein Verlag heute einen Marktwert von 2.1 Milliarden. Einen ähnlichen Vermögenszufluss verzeichnen auch die Ringiers.

Auch operativ läuft es in den Verlagen rund. Vier Beispiele: Die Zürcher Tagi-Gruppe erwartet im laufenden Jahr gemäss deren Halbjahreszahlen rund 100 Millionen Franken Gewinn. Genauso üppig fliesst das Geld bei Ringier und CH Media von Verleger-Vizepräsident Peter Wanner. Selbst die viel kleinere NZZ wird aufgrund der aktuellen Zahlen 2021 gegen 20 Millionen verdienen.
Medienkenner Kurt W. Zimmermann schreibt, dass die Grossverleger «bald nicht mehr wissen, wohin mit dem vielen Geld». Trotzdem bettelt die Branche um staatliche Unterstützung.

Verband ködert Verleger mit Staatsgeld

Weil das Stimmvolk den reichen Verlegern wohl kaum Staatsgeld zuschanzen würde, spannt die Verbandspitze unter dem Duo Supino/Wanner nun die Kleinverleger vor seinen Karren. Ihre Verbandsfunktionäre hängen den Lokalverlegern an Zusammenkünften die Rübe vor die Nase und rechnen ihnen vor, wie viel Subventionen sie dank dem Subventionsgesetz einsacken würden. Und selbst die Gratiszeitungs-Verleger, die zuvor von den Grossverlegern und der Politik von den Subventionen ausgesperrt wurden, werden nun vom Verlegerverband mit der Bitte um Werbeunterstützung angeschrieben.
Der Verband wolle, so die Mitteilung an die Verleger, «gemeinsam mit verschiedenen Partnern aus der Medienbranche und der Politik eine Kampagne für das Medienpaket aufbauen».

Politik und Medien kaufen sich gegenseitig

Im Gegenzug sollen sich alle Verleger des Landes bei ihrer Leserschaft für die Millionen-Subventionen in die Riemen legen – und sich damit öffentlich als Staatsgeld-Bettler in Szene setzen.

In seinen Schreiben fordert der Verlegerverband die Verlagshäuser auf, in der Volksabstimmung zum neuen Subventionsgesetz in deren Zeitungen «Testimonials» («Empfehlungsschreiben zu Werbezwecken»), Gratis-Inserate, «Plakatstellen in der Region» und «Storytelling» – also Flankenschutz ihrer Redaktionen – «bereit zu stellen».
Obendrein werden sie zur «Kontaktnahme mit lokalen Politikerinnen und Politikern» aufgefordert, die sich für die Medien-Subventionen einsetzen. Damit wird jedem Leser klar, dass die Zeitungen diese Politiker nicht mehr kritisieren können und dass sich Politik und Medien gegenseitig kaufen.

«Storytelling» der Zeitungsverleger 

In den «Storytellings» sollen die Zeitungshäuser gemäss den Verbandsoberen ihrer Leserschaft «eine Geschichte bereitstellen» (respektive auftischen), wie sie «von der Medienförderung profitieren» und wie sie das Staatsgeld «für Investitionen einsetzen».

Weiter fixt der Verband die Zeitungsverleger mit der Aufforderung an, dass sie «auch von der Online-Förderung» profitieren könnten, «sofern sie Kombi(Abo)-Angebote oder Online-Abos anbieten». Womit klar wird, wohin die Subventions-Reise geht: Zeitungen werden reduziert, damit die Verleger mit den Online-Abos beim Staat abkassieren können. Damit erreicht das Mediensubventions-Gesetz genau das Gegenteil von dem, was die Politik von ihm erwartet hat: Es führt zu einer weiteren Verarmung der Medienlandschaft und zur Betonierung der schädlichen Monopole der Konzernmedien.

In ihrer Gier scheinen die Verleger jede Hemmung zu verlieren, ihre Leser zu verführen. Der Verband stehe hinter der «dreiteiligen Medienförderung», schreibt er den Verlagen. Offenbar sollen nun die jährlich 178 Subventions-Millionen noch medienwirksam dreigeteilt werden, damit sie dem Volk besser verkauft werden können.

Über 1 Milliarde Franken ins Niemandsland

Erstaunlich ist auch, dass der Verlegerverband seinen Mitgliedern deren künftige Subventionen vorrechnet. Denn offiziell wollen weder der Verband noch die Verleger, noch Bundesbern wissen, in welchen Taschen die Staatsmillionen landen würden. Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM stellt sich in wichtigen Subventions-Bereichen unwissend, die Tagi-Gruppe ist gemäss eigener Mitteilung im «Schweigemodus» und die Sprecherin von CH Media, dem drittgrössten Schweizer Medienkonzern, führte gegenüber dem Onlineportal «Klein Report» aus, «nur schon eine grobe Schätzung» zur Staatsgeld-Verteilung sei «nicht möglich»!

Damit steht fest: Mit der Medienförderung» würde der Bund über 1 Milliarde Franken an Steuergeld im Niemandsland von Milliardären, Millionären, Aktionären und Verlegerfamilien versickern lassen. Zum Schaden des Volkes!

Verleger zerstören ihre Glaubwürdigkeit

Die Verleger haben sich ins Out manövriert. Würden Sie jetzt nicht für ihre Staatssubventionen kämpfen, würden sie damit zugeben, dass sie das Geld gar nicht nötig haben.

Noch viel schlimmer aber wäre, sie würden am 13. Februar 2022 die Volksabstimmung gewinnen. Diesfalls würden sie künftig öffentlich als staatsabhängige Subventionsempfänger dastehen. Ihre Redaktionen könnten nie mehr eine Geldverschwendung von Bundesbern geisseln, da sie selbst Nutzniesser der sie mit Geld handzahm machenden Politiker sind. Ausserdem würden ihnen Kritiker – zu Recht – jederzeit entgegenrufen, vom Staat gekauft zu sein.

Was ist nur aus den einst stolzen Schweizer Verlagen geworden? Noch nie dürfte sich in der Schweiz eine Branche derart leichtsinnig aufgemacht haben, ihre eigene Glaubwürdigkeit zu zerstören.

Bruno Hug ist Vorstandsmitglied des Referendumskomitees www.staatsmedien-nein.ch und Verleger von Portal24.ch 

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Medien-Subventionen: Verleger und Politiker am Pranger

Medien-Subventionen: Verleger und Politiker am Prangern

Die Medien-Subventionen werden zur Realsatire. Die Verlagshäuser blamieren sich damit immer mehr. Den Politikern, die schwerreichen Verlegern jährlich 178 Millionen nachwerfen wollen, geht es genauso. Von Bruno Hug.

Wie schädlich und falsch das neue Medien-Subventionsgesetz ist, wird immer deutlicher. Das Referendum gegen die Staatsgeld-Verschwendung an reiche Verleger und deren Aktionäre macht die beschenkten Verlage derart nervös, dass sie sich laufend aufs Neue blossstellen. Ausserdem verdeutlicht der diese Woche bekanntgegebene Zusammenschluss aller grossen Online-Portale der Ringier- und Tages-Anzeiger-Gruppe, wie sorglos die Politik mit dem Geld der Steuerzahler umgeht.

STREIT UM HUNDERTE VON MILLIONEN

Bevor das Parlament das Medien-Subventionsgesetz Mitte Juni absegnete, stritten sich die Verleger monatelang, wer tiefer in die Staatskasse greifen dürfe: Die Kleinverleger, die Online-Verleger oder die Grossverleger? Dann realisierten sie, dass der Streit für ihre unverschämten Subventions-Forderungen schädlich sein könnte. Die Aussicht darauf, dass ihnen Bundesbern neben den jährlich 81 Millionen aus der SRG-Kasse zusätzlich pro Jahr noch 178 Millionen zuschanzen wollte, brachte sie zur Raison. Obendrein schickte ihnen der Bundesrat – einfach so – noch 78 Millionen an Corona-Geld zu. Wer will da noch streiten?

RECHSTEINERS FRAGE

Die Verleger wollten ihre Griffe in die Staatskasse natürlich im Dunkeln tätigen. Sie berichteten über ihre Steuergeld-Jackpots in ihren Medien praktisch nicht und wurden dabei vom linken Polit-Spektrum gedeckt. Dieses liebt es, die Verleger mit Millionen an den Staat zu binden und deren Redaktionen gefügig zu machen. Ob das deren Wähler schätzen?

SP-Ständerat Paul Rechsteiner (SG) fragte öffentlich: «Wer soll schon gegen das neue Gesetz das Referendum ergreifen?» Es kam anders: Das breit abgestützte Komitee staatsmedien-nein.ch ergriff das Referendum. Ihm haben sich gleich noch 72 Parlamentarier sowie ein Basler- und ein Journalisten-Komitee anschlossen.

SPRACHLOSER «TAGI», BLINDE «REPUBLIK»

Dieser Gegenwind bringt die Verleger aus der Fassung. Das linke Online-Portal «Republik», das massiv vom Steuergeld profitieren würde, schrieb dem Referendums-Komitee, es wolle von ihm keine Informationen mehr erhalten. Womit klar wird: Was den sich als «demokratie-relevant» aufspielenden Medien nicht passt, wird der Öffentlichkeit vorenthalten.

Und beim Tages-Anzeiger-Verlag von Verleger-Präsident Pietro Supino hat man die Sprache ganz verloren. Seine TX Group, welche von den Subventionen maximal profitieren würde und im ersten Halbjahr 2021 fast 50 Millionen verdiente, liess Medienanfragen abblitzen. Der Verlag befinde sich bezüglich den 178 Millionen Staatsgeld einer «Quiet Period» (Stille-Periode).

«20 MINUTEN» GEGEN EIGENEN VERLEGER

Weniger «quiet» ist es im Verlagshaus selbst. Der von Chef Supino mit den Politikern ausgehandelte 178-Millionen-Deal sieht vor, dass alle Gratis-Medien vom staatlichen Geldsegen ausgeschlossen wären. Das Kalkül dieser Diskriminierung ist offenkundig: Die reichen Verlage erhalten so noch mehr Steuergeld, während ihre Monopole vor der Gratis-Konkurrenz geschützt werden.
Solch egoistisches Denken kommt selbst im eigenen Haus schlecht an. Supinos Gratiszeitung «20 Minuten» liess mitteilen, der Staat betreibe mit dem Subventions-Gesetz «Wettbewerbsverzerrung».

NZZ-CHEFS DISKREDITIEREN IHRE REDAKTION

Dieselben Gräben tun sich bei der NZZ auf. Ende Juli publizierte deren Redaktion folgendes offizielles Statement: «Die Neue Zürcher Zeitung würde vom Medienförderungsgesetz profitieren. Sie lehnt es ab.»
Nur zwei Wochen später fiel die NZZ-Chefetage ihrer eigenen Redaktion in den Rücken und teilte mit, der NZZ-Verlag unterstütze das Subventions-Gesetz als «sinnvollen Kompromiss»!

VIEL GELD FÜR PR-KAMPAGNEN 

Gegenüber dem Medienportal «persoenlich.com» liess der Verlegerverband wissen, er engagiere zur Durchsetzung seiner Subventionsbegehren zwei (!) PR-Agenturen. Offenbar tun die begüterten Verleger alles dafür, um den Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen und ihre Redaktionen vom Staat abhängig zu machen. Man stelle sich umgekehrt das Geschrei deren Redaktionen vor, wenn die Bauern mit teuren PR-Agenturen mehr Staats-Subventionen fordern würden.

WER WILL SCHON ABZOCKER SEIN?

Medienkolumnist Kurt W. Zimmermann schrieb in der «Weltwoche» unter dem Titel «Die Villa, die Yacht und das Weingut» mit Hinweis auf die vier führenden Verlage, die im letzten Corona-Jahr volle 275 Millionen verdient haben: «Ich glaube, die Subventionen für Medien gehen in der Volksabstimmung bachab.»
Zimmermann schrieb auch, es sei erstaunlich, wie die Verleger über ihren Subventions-Hunger in ihren Medien kaum berichten.

Wobei diese Frage schnell beantwortet ist: Wer will schon vor seinen Kunden als Abzocker dastehen, der sich vom Staat freien lässt?
Das Referendum «Staatsmedien NEIN» bringt die Subventionsjäger aus dem Konzept. Ihre Reaktionen zeigen es – vom betretenen Schweigen bis zum Selbstwiderspruch. Wer so reagiert, dem fehlen die Argumente.

AUCH POLITIKER MÜSSEN SICH SCHÄMEN

Als Bundesrat und Parlamentarier den Medien im letzten Juni jährlich 178 Million Subventionen zusagten, taten sie das, weil ihnen die Verleger vorjammerten, sie bräuchten das Geld, um die «Transformation» in die digitale Welt zu finanzieren.

Diese Woche verkündeten die zwei grössten Verlage der Schweiz, die TX Group (Tages-Anzeiger etc.) und Ringier, sie würden zusammen mit der Mobiliar-Versicherung die Online-Plattformen ImmoScout24, AutoScout24, MotoScout24, FinanceScout24, anibis.ch, Ricardo, tutti.ch, Homegate und Car For You zu einem digitalen Marktplatz zusammenlegen.

Akteure dieser unheimlichen Marktdominanz sind die Milliardäre Ringier, TX Group, die Versicherung Mobiliar und der internationale Finanzinvestor General Atlantic von Multimilliardär Charles F. Feeney. Geplant ist, dass das gewaltige Konstrukt dereinst an die Börse geht. Mit riesigen Gewinnen für die Verleger.

Politikerinnen und Politiker, die denselben milliardenschweren Verlegern noch Steuergeld zuschanzen wollen, müssten sich vor dem Volk eigentlich schämen.

Artikel aus Linth24 von Bruno Hug, Verleger von linth24.ch und Präsident Verband Schweizer Online-Medien (VSOM).

Original: https://linth24.ch/articles/84316-medien-subventionen-verleger-und-politiker-am-pranger

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Profiteure unter sich

Profiteure unter sich

Werber David Schärer wettert in der «Weltwoche» gegen das Referendum «Staatsmedien Nein». Was er und das Medium verschweigen: Schärer ist Partei und kassiert Geld vom Verlegerverband, der das Referendum bekämpft. Ein Lehrstück in Intransparenz.

David Schärer, Werber und Mitgründer der Agentur Rod Kommunikation, schimpft in der aktuellen «Weltwoche» über den Tech-Giganten Facebook und im selben Atemzug über das von Verlegern, Unternehmen und Jungparteien getragene Referendum «Staatsmedien Nein» (www.staatsmedien-nein.ch). Schärer nennt das Milliardengeschenk an die reichen Verleger schönfärberisch und verschwurbelt ein «neues Gesetz zur Überbrückungsfinanzierung für die Marktfähigkeit der vielfältigen Medienlandschaft». Das Referendum gegen Staatsmedien leiste «ausländischen Quasi-Monopolen» Vorschub und stelle damit die «Meinungssouveränität in Frage».

Cui bono? Wem nützt es? Die Frage stellt sich in diesem Fall ganz besonders. Autor David Schärer hat nämlich ein Mandat vom Verband Schweizer Medien, der das Referendum bekämpft. Seine Agentur Rod Kommunikation hat den lukrativen Auftrag bekommen, eine allfällige Volksabstimmung über das Mediensubventions-Gesetz in Sinne der Subventionsjäger zu beeinflussen. Dass er seine Kolumne in der «Weltwoche» dafür missbraucht, ohne Transparenz darüber herzustellen, dass seine Meinung gekauft ist, ist ein ziemlich starkes Stück. Man könnte auch sagen: ein Lehrstück in Intransparenz.

Kommentar von Dr. Philipp Gut, Journalist, Buchautor, selbstständiger Medienunternehmer und Kommunikationsberater

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Der Verrat der NZZ-Chefs

Der Verrat der NZZ-Chefs

Die NZZ, die Speerspitze der liberalen Medien in der Schweiz, untergräbt beim Medien-Subventionsgesetz ihre eigene Glaubwürdigkeit. Kommentar von Online-Verleger Christian Keller.

Es sind unglaubliche Vorgänge, die sich derzeit bei der NZZ abspielen. Noch vor zwei Wochen bekräftigte das liberale Blatt in einem gross aufgemachten Artikel, die NZZ lehne das Medien-Subventionsgesetz ab, obschon sie davon profitieren würde. Nun ist auf einmal alles anders: Der NZZ-Verlag spricht sich plötzlich für die geplante Medienförderung aus – und fällt mit der Kehrtwende seiner eigenen Redaktion in den Rücken.

NZZ-Präsident gegen Subventionen

Doch beginnen wir von vorne. Noch am 10. Oktober 2020 bekräftigte NZZ-Präsident Etienne Jornod in den hauseigenen Regionalzeitungen auf die Frage, ob der NZZ-Verlag «Staatsgelder ablehnen» würde: «Subventionen sind immer ungesund. Unsere Branche muss fähig sein, ihre Produkte zu verkaufen».
Wieviel ist Etienne Jornods Wort wert – nun, da die Unterschriftensammlung gegen das Mediensubventionsgesetz läuft? Nichts, wie sich dieser Tage herausgestellt hat.
So teilte der NZZ-Verlag diese Woche gegenüber dem Onlineportal «Kleinreport» mit, beim «Massnahmenpaket zugunsten der Medien» handle es sich um einen «sinnvollen politischen Kompromiss». Wie bitte?

Faustschlag ins Gesicht der Redaktion

 Für die NZZ-Redaktion muss sich diese Aussage wie ein Faustschlag ins Gesicht anfühlen. In mehreren Artikeln hatten sich die Journalistinnen und Journalisten an der Falkenstrasse klipp und klar gegen die Vorlage ausgesprochen und entsprechend positioniert.
NZZ-Redaktor Lucien Scherrer schrieb: «Je mehr sich die Medien wie unrentable Bauernbetriebe vom Staat aushalten lassen, desto leichter lassen sie sich unter Druck setzen.»
Auch NZZ-Inlandchefin Christina Neuhaus lehnte in einem ausführlichen Beitrag das Massnahmenpaket ab und hielt in der Fussnote sogar fest: «Die ‹Neue Zürcher Zeitung› würde vom neuen Medienförderungsgesetz profitieren. Sie lehnt es ab.»

Grosser Schaden für NZZ

Die liberalen Standpunkte, welche die Redaktion vertritt und welche die lange Tradition des Hauses zum Ausdruck bringen, werden nun von der NZZ-Führungsriege über Bord geworfen. Gegen das Subventionitis-Virus, gefährlicher und ansteckender als alle anderen Krankheitserreger in dieser Welt und das Grundübel unserer Zeit, ist man nun auch in der NZZ-Chefetage nicht mehr immun.

Dass eine Zeitung mit einer solch grossartigen Geschichte aus reiner Profitgier unverschämten Mediensubventionen das Wort redet, ist die Enttäuschung des Jahres. Der Imageverlust wurde bei den Überlegungen wohl nicht eingepreist: Die Marke NZZ wird in ihrer Glaubwürdigkeit grossen Schaden nehmen.

Denn die NZZ-Chefs, so ehrlich sollten sie sein, wissen es ganz genau: Dieses geplante Mediensubventionsgesetz schiebt reichen Medienkonzernen (so auch der NZZ) noch mehr Staatsgelder in die Kassen, ist krass wettbewerbsverzerrend, zerstört die Innovation in der Branche und führt die Medien in die staatliche Abhängigkeit.

Ich reibe mir verwundert die Augen

Ich reibe mir noch immer verwundert die Augen, in der Hoffnung, aus einem bösen Traum aufzuwachen. Nicht für Wettbewerb, nicht für Unternehmertum spricht sich der NZZ-Verlag aus – sondern für noch mehr Staat und noch weniger Freiheit.

Das macht mich, als Betreiber eines regionalen Nachrichten-Onlineportals, der noch an den freien Markt und unternehmerische Werte glaubt, einfach nur sprachlos.

Christian Keller ist Herausgeber des Basler Onlineportals «Prime News». Er ist Mitglied im Referendumskomitee «Nein zu staatlich finanzierten Medien».

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60,4 Millionen für verstaubte Strukturen

60,4 Millionen für verstaubte Strukturen

Corona in Zahlen: Die Covid-19-Hilfe für Printmedien symbolisiert die Liebe zum Status quo und einen allzu unbeschwerten Umgang mit Marktverzerrungen

Die Bilder aus Bergamo und Wuhan gingen letzten Frühling um die Welt. Jeder wollte alles über das unbekannte Virus erfahren – und dennoch traf die Covid-19-Pandemie die Medienbranche hart. Allein im April 2020 verzeichneten Printmedien einen Einbruch des Werbeumsatzes von 43% im Vorjahresvergleich. Wenig überraschend machten auch Medienunternehmen regen Gebrauch von den allgemeinen, branchenneutralen Unterstützungen wie Liquiditätskrediten und Kurzarbeit. Dessen ungeachtet beschloss das Parlament im Jahr 2020 noch weitergehende Subventionen, und zwar in drei Teilbereichen: 30 Mio. Fr. als À-fonds-perdu-Beiträge an Radio- und Fernsehveranstalter, 10 Mio. Fr. an die Keystone SDA-Abogebühren der Online-Medien und 20,4 Mio. Fr. über die indirekte Presseförderungen an die Printpresse.

Gewisse Branchen sind gleicher als andere

Diese Unterstützungsleistungen gehen zwar im Covid-19-Budget 2020 von rund 31 Mrd. Fr. fast vollkommen unter, es macht sie deswegen nicht minder problematisch. Einer kritischen Analyse halten sie nicht stand, was gerade die Unterstützung der Printmedien exemplarisch zeigt:

  • Erstens sind nicht alle Printmedien förderberechtigt, sondern nur abonnierte Tages- und Wochenzeitungen. Pendlerzeitungen gehen leer aus.
  • Zweitens subventioniert die indirekte Presseförderung nur die Tageszustellung durch die Post, was einzelne Abo-Zeitungen benachteiligt, denn Sonntags- und Frühzustellungen werden durch private Logistikanbieter erbracht.
  • Drittens wurde die Förderberechtigung anhand willkürlicher Kriterien erteilt. Die Zustellkosten von Titeln mit einer Auflage von höchstens 40’000 Exemplaren wird ganz übernommen, Titel mit einer Auflage von mehr als 40’000 Exemplaren erhalten 27 Rp. Subvention pro Zustellung.
  • Viertens wirken die Unterstützungen strukturerhaltend. Medienhäuser mit einem ausgeprägtem Onlineauftritt und ohne Keystone-SDA-Abo fallen komplett durch das Raster.

Aus Blog der Denkfabrik „avenir suisse“; Autor Laurenz Grabher; Link: https://www.avenir-suisse.ch/medienunterstuetzung_ein_oekonomischer_suendenfall/

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Die Villa, die Jacht, das Weingut

Die Villa, die Jacht, das Weingut

Kurz W. Zimmermann schreibt in der Weltwoche: Er glaubt, die staatlichen Subventionen für die Medien gehen in der Volksabstimmung bachab.

Kennen Sie die Villa von Michael Ringier in Küsnacht, in der ein Teil seiner Kunstsammlung hängt? Sie werden sie vermutlich bald kennenlernen.

Kennen Sie die Segeljacht von Pietro Supino am Mittelmeer, auf der er seine Sommerferien verbringt? Sie werden sie vermutlich bald kennenlernen.

Kennen Sie das Schloss von Peter Wanner in Würenlos und seine Weingüter, die sich darunter erstrecken? Sie werden sie vermutlich bald kennenlernen.

Sie werden sie bei der Volksabstimmung zum Mediengesetz kennenlernen. Es wird eine Abstimmung mit Klassenkampf-Kolorit.

«Nein zu Steuermilliarden für Medienmillionäre» ist ein zentraler Slogan des Komitees, das nun die Unterschriften für das Referendum gegen das Mediengesetz sammelt.

Der Ansatz hat etwas. Das neue Mediengesetz, eben im Parlament beschlossen, schüttet zusätzlich um die 140 Millionen Franken im Jahr an die privaten Medienhäuser aus. Das macht in den sieben Jahren, auf die das Gesetz angelegt ist, total eine Milliarde Franken.

Ein hübscher Teil dieser Milliarde wird an die grossen Medienhäuser gehen, also an die Familien von Michael Ringier, Pietro Supino und Peter Wanner. In der Abstimmung werden ihre teuren Villen, Boote und Weingüter zum Thema der Kampagne werden.

Denn die Medien-Milliarde ist selbst im Schweizer Subventionsdschungel ein Sonderfall. Von den jährlichen 42 Milliarden Franken an Subventionen geht sonst kein Geld an profitorientierte Grossunternehmen in Familienbesitz. Das Geld fliesst für anderes, von Landwirtschaft bis Asylwesen.

Insofern trifft das «Nein zu Steuermilliarden für Medienmillionäre» schon einen heiklen Punkt. Nach der Liste des Wirtschaftsmagazins Bilanz ist die Familie um Michael Ringier, die rund 70 Prozent des Unternehmens besitzt, eine knappe Milliarde schwer. Die Familie um Pietro Supino, die gut zwei Drittel ihrer TX Group hält, kommt auf ein Vermögen von etwa 800 bis 900 Millionen. Die Familie von Peter Wanner, dem die Hälfte von CH Media gehört, dem drittgrössten Medienkonzern des Landes, liegt beim Vermögen auch im dreistelligen Millionenbereich.

 

Noch besser sieht die Sache aus, wenn man ihren Firmenerfolg betrachtet. Selbst im letzten Jahr, dem Jahr der Corona-Wirtschaftskrise, machten die Unternehmen von Ringier, Supino und Wanner zusammen einen operativen Gewinn von exakt 257,8 Millionen Franken.

Warum soll der Steuerzahler solche Millionengewinne zusätzlich aufpolieren?

Ich war bis jetzt dennoch ein Befürworter der geplanten Mediensubventionen. Ich sagte mir: Unsere Presse hat seit 1848 so viel für eine funktionierende Demokratie in unserem Bundesstaat getan, dass sie nun auch mal eine staatliche Gegenleistung einstreichen darf, eine Art Payback für geleistete Dienste.

Inzwischen bin ich skeptisch. Denn die Gelder gehen nun nicht nur an die verdienten Zeitungsverlage. Sie sprudeln auch in irgendwelche Online-Portale, die noch nichts von Belang geleistet haben. Die meisten, weil alternativ getrieben, sind für die echte demokratische Meinungsbildung überflüssig und im Markt darum in aller Regel erfolglos. Warum soll der Staat so etwas durchfüttern?

 

Es ist klar, warum. Die meisten dieser Internet-Portale sind links-grüne Polit-Plattformen. Die Sozialdemokraten und die Grünen haben darum im Parlament wie verrückt darauf gedrängt, dass Steuergelder in diese Redaktionen ihrer Gesinnungsgenossen fliessen. Ausserhalb von Teilen der SRG und Teilen des Tages-Anzeiger-Verbunds hat Links-Grün sonst keine verlässlichen Verbündeten in der Medienbranche. Darum braucht es eine linke und staatlich finanzierte Online-Szene.

Ich glaube, ich schwenke darum zu einem Nein zum neuen Mediengesetz. Die Finanzierung von Ideologie ist nicht Staatsaufgabe. Das ist seit je private Sache.

Die Abstimmung zum Mediengesetz ist vermutlich im nächsten Frühjahr. Dass im Referendum die nötigen Stimmen zusammenkommen, scheint kein allzu arges Problem. Nach kurzer Zeit schon sitzen im Komitee, rekordverdächtig, 66 aktive National- und Ständeräte aus SVP, FDP und CVP. Auch die Spitze der Grünliberalen ist gegen das Gesetz.

Ich glaube darum, die Mediensubventionen gehen in der Volksabstimmung bachab.

Ich glaube es auch, weil SP und Grüne sich bei ihrer Klientel verkalkuliert haben dürften. «Nein zu Steuermilliarden für Medienmillionäre». Solch klassenkämpferische Töne hört jeder brave Linke gern.

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